Der Sommer ist eindeutig auf dem Höhepunkt. Hohe Temperaturen und Sonnenstrahlen satt, die ungetrübt durch den wolkenlosen Himmel fallen und uns ordentlich einheizen. Leider auch unseren Biomüll. Mit unangenehmen Folgen. Damit Sie der Geruch Ihrer Tonne in diesem Sommer nicht umhaut, haben wir ein paar Tipps für eine gepflegte Biomüll-Entsorgung zusammengestellt.

Hochdruckreinigung Mülltonne

Woher kommt eigentlich der Gestank?

Dass Bioabfälle schon bei normalen Temperaturen nach kurzer Zeit zu müffeln anfangen, ist kein Geheimnis. Immerhin sind sie Schauplatz der Zersetzung von Lebensmitteln und damit schönste Brutstätte für Bakterien. Abgedeckt durch einen Deckel entwickelt sich hier schnell ein eigenes, kleines Bakterien-Biotop. Kommt jetzt noch Sommerhitze dazu, braut sich in Ihrer Mülltonne eine widerlich stinkende Masse zusammen. Ihre Abfälle beginnen zu faulen, zu kleben und setzen unter beißendem Geruch Buttersäure und Schwefelwasserstoff frei.

Was kann man gegen den Gestank tun?

Grundsätzlich hilft eine regelmäßige Reinigung und Desinfektion mit Hausmitteln. Auf diese Weise verhindern Sie, dass sich zurückbleibende Mikroorganismen nach der Leerung weiter vermehren und der Gestank schnell zurückkommt. Hier sind die effektivsten Tipps für eine Mülltonnen-Reinigung:

Für die Reinigung reichen:

  • Handschuhe zum Schutz vor Infektionen durch Schmutz und Bakterien
  • ein Gartenschlauch mit hart eingestelltem Strahl oder Hochdruckreiniger zum Abspritzen der Innenwände Ihrer Mülltonne
  • eine Bürste oder Besen mit langem Stiel

Für eine gründliche Reinigung legen Sie die Mülltonne am besten in die Waagrechte und lassen sie anschließend gut austrocknen. Bei hartnäckiger Verschmutzung können Sie einzelne Stellen mit Neutralreiniger einweichen.

Achtung: Das Waschwasser darf nach der Tonnenreinigung nicht in die Wiese oder den Gulli ablaufen, sondern muss in den Abwasserkanal geleitet werden! Sonst gelangt das kontaminierte Waschwasser ins Grundwasser bzw. über den Gulli, der eigentlich nur Regenwasser auffangen und transportieren soll, ohne Klärung in den nächsten Fluss. Auch wenn Sie Ihre Tonne nur mit natürlichen Hausmitteln reinigen, darf das Waschwasser nur in den Abwasserkanal laufen.

Folgende Hausmittel kommen für eine Reinigung in Frage:

  • Nach der Reinigung kommt eine Behandlung mit Hausmitteln wie Essigessenz und Zitronensäure in Frage. Verdünnt mit Wasser im Verhältnis 1:10 machen Sie den Bakterien mit beiden Mitteln schnell den Garaus, wenn Sie sie auf die Innenwände Ihrer Tonne sprühen.
  • Ebenfalls effektiv gegen Gerüche: Gartenkalk, Kaisernatron, Kaffeepulver oder klein gestoßene Holzkohle. Auch damit können Sie Ihre Tonne nach der Reinigung von innen bestäuben.

Biomüll richtig entsorgen, damit erst gar kein Gestank entsteht

  • Clever umwickeln: Ein Tipp aus Omas Zeiten: Schlagen Sie Ihre Küchenabfälle in normales Zeitungspapier. Das Papier saugt die Feuchtigkeit auf und verhindert, dass Fliegen an Ihre Bioabfälle kommen. So können Fliegen auch keine Eier ablegen, aus denen später Maden schlüpfen.
  • Dampf ablassen: Lassen Sie frisch gemähten Rasenschnitt erst ein wenig anwelken und trocknen, bevor Sie ihn in die Biotonne geben.
  • Kein Druck: Um Fäulnis zu vermeiden, sollten Ihre Bioabfälle nicht eingepresst werden.
  • Richtig schichten: als unterste Schicht oder auch als Zwischenschicht geben Sie gröberer Gartenabfälle in Ihre Biotonne. Auch Eierkartons oder Kugeln aus Zeitungsseiten, Obstschalen aus Karton oder Toilettenpapierrollen können Sie verwenden. Sie saugen Flüssigkeit auf, damit diese sich nicht als Lache am Boden sammelt.
  • Abtropfen lassen: Sorgen Sie dafür, dass erst gar keine flüssigen Abfälle in Ihrer Tonne landen. Suppen- und Müslireste oder Salatsoßen am besten in der Toilette entsorgen und nasse Lebensmittel gut abtropfen lassen, bevor sie in den Mülleimer wandern.
  • Standortfrage: Mülltonnen platzieren Sie am besten an einem schattigen Platz. Eine Garage, eine Einhausung oder entlang der Nordseite Ihres Hauses – je weniger Sonnenstrahlen Ihre Tonnen ausgesetzt sind, desto weniger „arbeiten“ und riechen Ihre Abfälle. Achten Sie auch darauf, den Deckel immer geschlossen zu halten, damit keine frei laufenden Tiere wie Katzen, Füchse, Ratten und Marder davon angelockt werden.

Was tun bei Schimmel, Fliegen oder Maden?

  • Maden entstehen durch die Ablage von Eiern, die Insekten gerne auf dem warmen, riechenden Abfall in Ihrer Biotonne ablegen. Haben Sie Maden in Ihrer Biotonne entdeckt? Ein einfaches Mittel sie auf natürliche Weise loszuwerden, ist die Tonne bei geöffnetem Deckel in die pralle Sonne zu stellen oder sie nahe an Bäume und Büsche zu postieren, wo sie von Vögeln gefressen werden.
  • Gegen Fliegen und Schimmel hilft eine dünne Schicht Tonerde-Streu, die Sie immer mal zwischendurch auf Obstschalen oder anrottende Bioabfälle ausbringen können. Gleichzeitig reduziert Tonerde auch den Geruch.

Eine saubere Tonne zeigt Respekt und Verantwortung

Mit einer sauberen, gepflegten Mülltonne tun Sie sich nicht nur selbst einen großen Gefallen. Auch Ihre Nachbarn und unsere Mitarbeiter danken es Ihnen, wenn sich Gerüche und Insektenbefall in Grenzen halten. Sie zeigen damit ein Stück weit Verantwortung gegenüber Ihren Mitmenschen, weil Sie Ihre Umwelt nicht unnötig mit Geruchsentwicklung belasten. Schließlich kennen wir alle die unangenehmen, intensiven Ausdünstungen, die sich ausbreiten, wenn die Müllabfuhr im Sommer die Mülltonnen in aufgeheizten Straßen leert. Je mehr Tipps wir alle beherzigen, umso weniger müssen wir alle unter diesem Geruch leiden. Also, gleich nach der nächsten Leerung den Gartenschlauch in die Hand nehmen und die Tonne gründlich reinigen😉!