Ab sofort lassen wir an dieser Stelle auch mal unsere Mitarbeiter zu Wort kommen. In unserem Blog berichten sie aus ihrem Arbeitsalltag und von ihren täglichen Herausforderungen.

Den Anfang macht Robert, der seit 1985 bei uns ist und damit bereits unglaubliche 37 Jahre als Müllfahrer für die Firma Ehgartner arbeitet. Heute steht er uns Rede und Antwort und erklärt, was ihm an seinem Job gut gefällt, wieso er sich für den Beruf entschieden hat und wann man Nerven wie Drahtseile braucht.

 

Robert Müller vorm Müllfahrzeug

Lieber Robert, wann beginnt und endet dein Arbeitstag? Wie läuft ein klassischer Tag bei dir ab?

Mein Arbeitstag startet noch im Dunkeln. Um 3:30 Uhr klingelt mein Wecker, dann geht es raus aus den Federn und ich mache mich fertig für den Tag. Gegen 4:45 Uhr komme ich an meiner Arbeit an. Bevor es raus auf die Straße geht, beginnt jeder Tag mit einer Abfahrtskontrolle am Fahrzeug, die in der Regel fünfzehn Minuten dauert. Ist alles gecheckt, kann es losgehen und wir machen uns im Morgengrauen auf den Weg zum Startpunkt unserer Route. Meistens sind wir gute 45 Minuten unterwegs bis wir die erste Tonne leeren. Um uns beginnt langsam der Tag. Je nach Jahreszeit ist es um diese Zeit noch stockfinster oder dämmert bereits. Auf alle Fälle ist es immer eine ganz besondere Stimmung frühmorgens auf den leeren Straßen. Während wir unsere Tonnen leeren, beginnt auch um uns herum für die meisten Menschen der Tag. Wenn andere gerade aufstehen, machen wir unterwegs unsere „Mittagspause“.
Gegen 14 Uhr ist unser Laster dann allmählich so voll, dass wir den Rückweg antreten. Auf unserem Firmengelände wird das Müllfahrzeug wieder komplett geleert und damit endet unser Arbeitstag. Der Feierabend beginnt für uns Müllfahrer zwischen 15:30 Uhr und 16 Uhr. Das Schöne an dem Beruf ist, dass man nach Feierabend noch ein bisschen was vom Tag hat, Erledigungen machen, Termine wahrnehmen, Freunde und Familie sehen kann.

3 Dinge, die dir an deinem Job gefallen:

  1. Der Zusammenhalt in der Firma.
  2. Die Abwechslung durch täglich wechselnde Routen und neue Erlebnisse.
  3. Der nette Kundenkontakt ab und an bis hin zu kleinen Geschenke von Kunden

Außerdem gefällt mir, dass ich Truck fahren kann, ohne wie ein Truckerfahrer tagelang weit weg von zuhause unterwegs zu sein. Ich komme jeden Nachmittag wieder heim und kann in meinem eigenen Bett schlafen.

Kann man sich je an den Geruch von Abfällen gewöhnen?

Tatsächlich nehme ich den Geruch meistens gar nicht mehr so wahr. Allerdings fahre ich Restmüll, keinen Biomüll. Aber an manchen Sommertagen kommt es schon vor, dass es einen auch als Restmüllfahrer ab und zu beinahe hebt.

Wie sehr stresst einen der Verkehr als Müllfahrer?

Der Verkehr hat seit meinem Berufsbeginn stark zugenommen. Es gibt Tage, an denen braucht man definitiv Nerven aus Stahl und eine dicke Haut, um den Stress an sich abprallen zu lassen: Enge Straßen, rücksichtslose Autofahrer, Rückstaus im morgendlichen Berufsverkehr – das kann einen auch nach vielen Berufsjahren immer wieder ganz schön stressen.

Wieso hast du dich für den Beruf des Müllfahrers entschieden?

Die Weichen haben sich schon ganz früh in meiner Kindheit gestellt. Mein Bruder war bereits Müllfahrer bei der Firma Ehgartner. Als Bub durfte ich ihn immer mal begleiten und auf einigen Touren mitfahren. Die Begeisterung für Müllfahrzeuge war von Anfang an da, darum stand für mich schon sehr früh fest, dass ich später ebenfalls Müllfahrzeuge fahren möchte. Am Ende waren wir drei Brüder, die bei der Fa. Ehgartner beschäftigt waren. Franz Ehgartner, der Bruder des Firmengründers Jakob Ehgartner, war in meinen ersten Berufsjahren mein Firmenpate. Für mich war er wie ein Ziehvater, von dem ich viel gelernt habe bis er in Rente ging.

Was hat sich seit 1985 in deinem Job verändert?

Der Müll ist gerade in den letzten Jahren deutlich mehr geworden. Gleichzeitig haben sich die Fahrzeuge unheimlich weiterentwickelt. Vieles funktioniert heute elektrisch, was uns die Arbeit erleichtert. Manchmal hat aber gerade auch die Elektronik ihre Tücken und ist nicht immer ein Segen. Früher brauchten wir viel mehr Kraft für das Leeren der Tonnen. Heute können wir alle Tonnen automatisch zur Schüttung hochfahren lassen. Überhaupt sind die Tonnen sind heute leichter. Zu Beginn meiner Arbeit waren Mülltonnen noch richtig schwere, runde Eisentonnen.

Dein Rat für Berufseinsteiger?

Berufseinsteiger sollten sich vorher unbedingt gut ein Bild davon machen, ob sie den Beruf überhaupt mögen und können. Man muss als Müllfahrer auch mal schwer arbeiten und anpacken können. Viele stellen sich den Beruf zu blauäugig vor und denken, dass sie den ganzen Tag einen großen Truck fahren. Wer sich für den Job interessiert, sollte sich im Vorfeld gründlich über alle Aufgaben informieren, die bei uns Müllfahrer so anfallen. Ich kann nur sagen: es ist ein verdammt schöner Job!

Danke Robert, für das Interview! Wer beim Lesen Lust auf einen Jobwechsel bekommen hat: einfach mal einen Blick in unsere offenen Stellen werfen!